Zweiter offener Brief an Herrn Ronny Zimmermann, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes

Sehr geehrter Herr Zimmermann,
in einem offenen Brief an Ihre Person haben Ihnen zahlreiche Fans bzw. Fangruppierungen verschiedenster Vereine kritische Fragen zur Ihrerseits geplanten Implementierung der chinesischen U20-Nationalmannschaft gestellt. Bedauerlicherweise haben Sie weder auf direktem Wege, z.B. via Email, noch auf öffentlichem Wege eine adäquate, also umfängliche Antwort auf vorgebrachte Fragen übermittelt. Wir müssen daher zu dem Schluss kommen, dass Ihnen entweder die Fragen zu unbequem waren, oder dass Sie nicht an einem Dialog bzw. einer sachlichen Auseinandersetzung mit Fans bzw. Fanvertretern interessiert sind. Die kurzfristige Absage einer für Freitag geplanten TV-Diskussion im Rhein-Neckar-Fernsehen mit u.a. Herrn Wiedemann (Geschäftsführer der Regionalliga Südwest) und einem Fanvertreter des SV Waldhof verstärkt den Eindruck, dass Ihr Verhalten beispielhaft für den gesamten Verband und seine handelnden Personen ist.

 
„Ergebnisse der Managertagung“
Neben der erneuten Bitte um Beantwortung unserer Fragen möchten wir nachfolgend auch die Ergebnisse der Managertagung vom 11.07.2017 beleuchten, denn auch hier sind uns Widersprüche und Ungereimtheiten aufgefallen.

 
Ausbleibende Kommunikation, fehlende Mitbestimmung & Desinteresse an der Liga
Grundlage für die Ihrerseits geplante Implementierung der U20-Nationalmannschaft der Volksrepublik China in die Regionalliga Südwest ist eine Vereinbarung, welche im November 2016 u.a. von DFB-Präsident Grindel getroffen wurde. Bei einer derartigen Vorlaufzeit stellt sich uns weiterhin die Frage, warum Ihrerseits keine frühzeitige und fundierte Kommunikation stattfand. Das Faktum, dass die Anzahl der sportlich qualifizierten Mannschaften der jeweiligen Regionalligen zu
diesem Zeitpunkt nicht feststand, entschuldigt nicht eine monatelange Funkstille zwischen Ihrem Verband und den potentiell betroffenen Vereinen. In Ihrer Funktion als Vize-Präsident des DFB hätten Sie sicherstellen müssen, dass alle Vereinsverantwortlichen sämtlicher Regionalligen frühzeitig über die geplante Eingliederung des chinesischen Jugendteams informiert werden müssen. Dass seitens des Verbandes keine Informationsweitergabe stattfand, lässt viel Platz für
Spekulationen. Für uns steht dabei zumindest ein Sachverhalt fest: der Verband sieht sich auf einer übergeordneten Ebene gegenüber den Einzelvereinen. Er diktiert statt zu diskutieren, er schafft Fakten statt zuzuhören und er fokussiert seine Vorteile, statt die seiner Mitglieder, also der Basis seiner eigenen Institution. Dass durch die selbstgewählte, extrem kurzfristige Herangehensweise Telefonate mit Vereinsverantwortlichen notwendig sind, ist und bleibt unprofessionell. Dass Sie und Ihre Mitstreiter den Telefonaten keinerlei schriftliche Fakten folgen lassen, verdeutlicht mit welchem Selbstverständnis Sie kommunizieren. Zu diesem Selbstverständnis gehört auch, dass Sie offensichtlich verärgert sind, wenn ein Verein mangels Entscheidungsgrundlagen zu dem Entschluss kommt, den telefonisch verlautbarten Grundtenor zurückzunehmen. Hat ein Verein
bzw. seine handelnden Personen kein Recht mehr auf eine konträre Meinung und ist es verwerflich, dass man seine Meinung nach Rücksprache mit weiteren Verantwortlichen, der sportlichen Leitung und den Fans korrigiert? Dabei geht es laut ihren Aussagen um ein „freiwilliges Testspiel“, welches die Vereine ohnehin „händeringend suchen“ würden. Und von einer Eingliederung der U20-Auswahl Chinas sei nie die Rede gewesen.

Zusätzlich fehlt aus unserer Sicht jegliche Auseinandersetzung mit den eigentlichen Problemen der Regionalligen. Statt sich um echte und dringend notwendige Reformen zu bemühen, stellen wir fest, dass Sie lieber das „Projekt China“ vorangetrieben haben.

Fraglicher Umgang mit finanziellen Anreizen
Die Aussage mit dem „freiwilligen Test- bzw. Freundschaftsspiel“ wird insbesondere unter der Betrachtung der finanziellen Gesichtspunkte bemerkenswert. So liegt Ihrem Verband erstaunlich viel (Geld) an besagten Begegnungen, wie kann man sonst eine Verdoppelung der Antrittsprämie nebst etwaiger Zuschüsse deuten? Wir erinnern uns, anfänglich war von 15.000 Euro für zwei Partien je Verein die Rede. Konkret wären für 38 Spiele 285.000 Euro gezahlt worden. Wohlgemerkt ohne Zuschüsse, denn diese wurden erst nach Kritik der Vereine und der Öffentlichkeit in Ihr Angebot aufgenommen. Nun werden 15.000 Euro für lediglich 15 Spiele, also
225.000 Euro nebst Zuschüsse gezahlt. Kriterium für die Zuschüsse sind laut der Pressemeldung des DFB Mehrkosten, welche aus der Organisation (!) des Testspiels rühren. Als Beispiele werden Stadionmieten und Personalkosten aufgeführt, womit sichergestellt ist, dass auch wirklich jeder teilnehmende Verein einen Zuschussantrag stellen kann. Als besonderes Highlight bemüht sich der DFB nun um eine TV-Vermarktung in Fernost, deren Erlös umfänglich (!) und damit vollkommen selbstlos an die teilnehmenden Vereine ausgeschüttet werden soll. Müssen wir Fans aufgrund der Zeitverschiebung von +7 Stunden dann Anstoßzeiten um 12:00 hinnehmen, wie es in den oberen Spielklassen bereits angedacht ist?
Herr Zimmermann, wäre es nicht leichter und ehrlicher zuzugeben, dass der DFB das Taschengeld für die Regionalligisten aufgebessert und drohende Absagen weiterer Vereine durch finanzielle Vorteile abgewendet hat?
Eine weitere Frage ist auch, wie die viel beschworene Völkerverständigung von statten gehen soll, wenn den chinesischen Funktionären und Spielern ein „Maulkorb“ verpasst wurde und sie sich grundsätzlich nicht äußern dürfen. So berichten die „Stuttgarter Nachrichten“ in Ihrer Online-Ausgabe vom 28.06.2017 davon, dass die chinesischen Sportler auf Grund einer Restriktion des chinesischen Fußball-Verbandes keinerlei öffentliche Aussagen treffen dürfen.

Dass sich am Ende neben dem SV Waldhof Mannheim auch noch die TuS Koblenz, die Stuttgarter Kickers und der 1. FSV Mainz 05 (zumindest inhaltlich) von Ihrem Projekt losgesagt haben, werden zweifellos viele Fans in Deutschland und besonderes die Anhänger der genannten Vereine begrüßen. Gemäß den Pressemeldungen waren auch Sie mit dem Ergebnis zufrieden, was auf den ersten Blick nach dem sprichwörtlichen „Eitel Sonnenschein“ klingt. Dem ist allerdings nicht so und das sollen Sie hiermit wissen. Durch die fehlende Transparenz und die ausbleibende Würdigung der sachlichen Argumente dürfen Sie auch weiterhin davon ausgehen, dass die fundierte und breite Kritik an Ihrem „Projekt“ bestehen bleibt. Die ethischen Bedenken – konkret die Menschenrechtslage in China – und die sportliche Mehrbelastung für die Spieler waren Ihnen keine Silbe wert. Das spricht Bände und sorgt für Unmut. Sie haben insgesamt und das bedauern wir außerordentlich, aus unserer Sicht keinen echten Versuch unternommen, die bestehenden und die neu entstandenen Risse zwischen Ihrem Verband und uns Fans, also einem Teil der Basis, zu kitten. Herr Zimmermann, Sie mögen für den DFB kurzfristig einen „interessanten“ Deal geschlossen haben. Den mittel- und langfristigen Schaden, den Sie dem deutschen Fußball insgesamt verursacht haben, können und wollen Sie aber nicht sehen. Als treue und kritische Fans unserer Vereine sehen wir uns auch künftig in der Pflicht, Sie und Ihre Mitstreiter sachlich zu hinterfragen und zu kritisieren.
Unser Standpunkt lautet mehr denn je: Die seitens des DFB vorangetriebene übermäßige Vermarktung des Fußballs muss gestoppt werden. Der Fußball in Deutschland besteht nicht nur aus den 36 „Clubs“ der Bundesligen, sondern aus knapp 25.000 weiteren Vereinen, deren Mitgliedern und nicht zuletzt uns Fans, deren Interessen Ihr Verband ebenfalls vertreten muss.

Sportliche Grüße
Abteilung Herzblut (Fanabteilung KSV Hessen Kassel e.V.)
Aktive Fans Kickers Offenbach
Aktive Fans SSV Ulm
Block 30 – Hessen Kassel
Block 385 – FSV Frankfurt
Fanszene Stuttgarter Kickers
Inferno Koblenz
PRO Waldhof e.V.
Supporters Mainz e.V.
Supporters Worms 1997
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Offener Brief der Fanszenen Regio Südwest an den DFB-Vizepräsidenten

Sehr geehrter Herr Zimmermann,

rund um die seitens der Fußball-Verbände geplante Implementierung einer chinesischen U20-Auswahl in der Regionalliga Südwest sind zahlreiche Fragen aufgekommen, welche wir stellvertretend für viele interessierte Fußballfans an Sie weitergeben möchten. Durch Ihre Funktionen als Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und des Süddeutschen Fußballverbandes sind wir zuversichtlich, dass Sie die gestellten Fragen umfassend beantworten können.

Kein finanzieller Mehrwert
Seitens der Verbände wurde hierfür eine Antrittsprämie von 15.000 Euro für jeweils zwei ausgetragene Partien je Verein im Südwesten ausgelobt. Wir Fans glauben, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung hierbei bereits bei einer kurzfristigen Betrachtung überholt ist. So stehen der genannten Prämie, je nach Infrastruktur der Vereine, enorme Fixkosten (z.B. Miete und Reinigung der Spielstätte) und ein hoher ehrenamtlicher Einsatz gegenüber. Zusatzeinnahmen durch etwaige Eintrittsgelder dürften durch die zunehmend negative Haltung der breiten Öffentlichkeit und damit auch der zahlenden Zuschauer – sowie der damit einhergehenden Berichterstattung – ebenfalls zu keinem nennenswerten Mehrertrag, oder in Ihren Worten „guten Vermarktungsmöglichkeiten“ führen. Besagter Effekt dürfte sich durch „ungünstige“ Terminierungen – Stichwort „englische Wochen“ – verstärken.

Darüber hinaus sehen wir die Gefahr, dass die Wertigkeit der Liga durch eine zusätzliche Mannschaft, welche diese lediglich als Trainingsort für „höhere Ziele“ nutzt, deutlich beschädigt wird. Wir sind daher der Überzeugung, dass die 15.000 Euro am Ende für keinen Verein eine attraktive Entlohnung darstellen werden. Vielmehr erleidet die Liga mittel- bis langfristig in ihrer sportlichen Ernsthaftig- und Glaubwürdigkeit eine signifikante Abwertung, welche Zuschauer, Sponsoren und Spieler gleichermaßen negativ beeinflusst.

Wider den Fairplay-Gedanken und den sportlichen Wettkampf
Der ehrliche und faire Umgang im Sport ist immens wichtig. In zahlreichen Interviews, u.a. mit Waldhof-Urgestein Klaus Schlappner, aber auch mit dem ehemaligen Fürther Toni Winkler, wurde das Argument der Völkerverständigung genannt und den Kritikern Ihrer Pläne fehlende Toleranz vorgeworfen. Wir halten die getroffenen Aussagen für bestenfalls fahrlässig und darüber hinaus für irreführend, verschweigen Sie doch die offenkundigen finanziellen Interessen des DFB. In Ihrer Position als Vizepräsident desselben haben Sie sicherlich Kenntnis über den Umfang der finanziellen Gesamtvereinbarungen. Deshalb bitten wir Sie, diese im Sinne der Transparenz offenzulegen und darüber hinaus einen Ausblick über die Verwendung der vereinbarten Summen zu geben. Gerade den Verantwortlichen und Anhängern von Vereinen der deutschen Regionalligen sind Sie eine konkrete Antwort schuldig.

Uns stellt sich auch die Frage, inwieweit der Regionalligist FC Astoria Walldorf als unvoreingenommener Fürsprecher für Ihre Pläne geeignet ist. Die räumliche Nähe zum aktuellen Unterbringungsort der chinesischen Delegation (St. Leon-Rot) legt die Vermutungen nahe, dass der flammende Appell für die Spiele gegen die chinesische U20 mit finanziellen Vereinbarungen zu Gunsten der Walldorfer einhergehen.

Im Hinblick auf die eingangs genannte Fairness sei auch die Frage erlaubt, welcher sportliche Wert für die chinesische Mannschaft, deren Fans und Sponsoren entsteht, wenn bereits kurz nach Bekanntgabe der geplanten Implementierung mehrere Vereinsverantwortliche unterschiedlicher Regionalligisten ankündigen, den Mannschaftskader an besagten Spieltagen mit Jugendspielern und Akteuren der zweiten Mannschaften ergänzen zu wollen. Falls dann, entgegen etwaiger Ankündigungen, tatsächlich in Bestbesetzung angetreten wird, führt dies zu einer Mehrbelastung, welche sich im Abstiegs- und Aufstiegskampf als Nachteil erweisen könnte. Die mehrfach getätigte Aussage, dass sich die Vereine der Regionalliga Südwest ohnehin nach einem Testspielgegner für den jeweils spielfreien Spieltag bemühen würden, ist mit Verweis auf die vergangene Spielzeit und die damalige allgemeine Handhabung in der Liga nicht zutreffend. Die parallel stattfindenden Landespokalwettbewerbe oder schlichte Regeneration sind nach wie vor eine sportlich reizvolle Alternative.

Fehlende Transparenz
Überdies bleibt unserseits unklar, weshalb ein Projekt dieser Tragweite gegenüber der Öffentlichkeit dermaßen intransparent und mit einer solch hohen Geschwindigkeit ein- und durchgeführt werden soll. Wir als Fans wurden von der Nachricht, dass die chinesische U20-Nationalmannschaft in der kommenden Saison an der Regionalliga Südwest teilnehmen soll, förmlich überrumpelt. Es scheint uns so, als sei dahinter das Kalkül gestanden, etwaige Proteste aufgrund der kurzen Zeit zwischen Bekanntgabe und Start der neuen Saison möglichst klein halten zu können. Bitte erläutern Sie uns, warum seitens des Verbandes eine derartige Handhabung notwendig war.

Viel schwerer als die sehr kurzfristige Bekanntgabe in der Öffentlichkeit aber wiegt, dass die konkrete Ausgestaltung dieses Vorhabens den Vereinsverantwortlichen unserer Meinung nach viel zu unkonkret vorgetragen wurde. Diese ist jedoch unabdingbar, damit die Vereine auf Grundlage der ihnen vorliegenden Informationen ausreichend abwägen und eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen können, die den vielfältigen Effekten, die daraus resultieren, auch wirklich gerecht wird. Wir fragen uns: Ist es eines professionellen Verbandes würdig via Telefon Abreden zu treffen ohne direkt im Vorfeld oder Nachgang schriftlich Zahlen und Daten zu verlautbaren? Nicht unerwähnt lassen wollen wir an dieser Stelle auch das grundsätzlich asymmetrische Machtverhältnis von Verband auf der einen und Vereinen auf der anderen Seite. Der DFB und seine regionalen Ableger agieren zunehmend intransparent und entscheiden in der öffentlichen Wahrnehmung nach Gutsherrenart. Gespräche mit mehreren Vereinsoffiziellen innerhalb der Regionalligen Deutschlands haben uns aufgezeigt, dass etwaige Kritik allein schon aus Angst vor Konsequenzen durch Ihren Verband unterbleibt. Ist diese Wahrnehmung im Sinne des DFB und seiner Verbände? Wie reagieren Sie z.B. auf die wahrgenommene fehlende Plausibilität von sportlichen, sportrechtlichen und sportgerichtlichen Entscheidungen?

Moralische Verantwortung?
Außerdem wollen wir zu bedenken geben, dass der Ausbau der Kooperationen mit dem chinesischen Fußball auch weit über den Fußballkontext hinaus einige Fragen aufwirft. Die Volksrepublik China gilt nach wie vor als einer der autoritärsten Staaten weltweit, in dem Meinungs- und Pressefreiheit eingeschränkt, Todesurteile massenhaft vollstreckt (Amnesty International schätzt, dass in China mehr Menschen hingerichtet werden, als in allen anderen Staaten weltweit zusammen), Menschen gefoltert, sowie zahlreiche Kritiker in Gefangenschaft genommen werden. Die Frage muss erlaubt sein, warum ausgerechnet mit einem solch menschenverachtenden Regime die Kooperation der Fußballverbände gestärkt werden soll? Überwiegen hier finanzielle Interessen gänzlich der Moral? Die Weltmeisterschaften in Südafrika und Brasilien sind prominente und traurige Beispiele dafür, dass eine soziale Verantwortung der Verbände gegenüber der jeweiligen Bevölkerung und deren Umwelt in der Vergangenheit nicht gegeben war. Die nächste WM im autoritären Russland belegt, dass seitens der Verantwortlichen keine Lehren für die Zukunft gezogen werden. Für die Weltmeisterschaften 2022 in Katar sterben fast wöchentlich moderne „Arbeitssklaven“ auf den Baustellen der Stadien. Das alles ist bekannt. Aber muss der DFB wirklich diesem schaurigen Schauspiel ein weiteres negatives Kapitel hinzufügen, indem er die sportliche Kooperation mit dem chinesischen Fußball intensiviert?

Vorantreiben einer ausufernden Kommerzialisierung
Nicht zuletzt betrachten wir das Einkaufen einer sportlich nicht qualifizierten Mannschaft in die Regionalliga Südwest nicht als ein Ereignis, das man losgelöst von der allgemeinen Entwicklung des Fußballs sehen kann. Vielmehr ist es ein weiterer Schritt in einem fortschreitenden Prozess, in dessen Verlauf immer mehr Bestandteile des Fußballs rein nach ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet werden. Die vielzitierte „Kommerzialisierung“ schreitet weiter voran. Die Interessen der Fans, welche ihre Mannschaften Woche für Woche in den Stadien anfeuern, spielen dabei nur noch eine untergeordnete, zunehmend sogar gar keine Rolle mehr. Doch wir, die Fans, lassen uns nicht weiter übergehen! Wir schweigen nicht zu den Entwicklungen des Fußballs. Wir artikulieren unsere Wahrnehmung und fordern ein Umdenken ein. Allerspätestens dieser Schritt, eine Mannschaft zu reinen Werbezwecken in unsere Liga zu implementieren, geht endgültig zu weit. Er widerspricht dem Grundgedanken des sportlichen Wettbewerbs und dient einzig den Interessen derjenigen, die perspektivisch davon profitieren könnten, wenn der deutsche Fußball den asiatischen Markt erschlossen hat. Die Profiteure werden nicht die Offenbacher Kickers, der 1. FC Saarbrücken, Waldhof Mannheim oder andere Traditionsvereine in der Regionalliga sein. Es werden ganz Andere am Ende den Profit abschöpfen. Deshalb werden wir es auch nicht akzeptieren, dass unsere Vereine hierfür als „Vorboten“ herhalten müssen und unter einer weiteren Abwertung der Regionalliga Südwest leiden sollen. Vielmehr ist es an der Zeit, das unfaire und unsportliche Nadelöhr der Aufstiegsrelegation endlich abzuschaffen und den Meistern der Regionalligen ihren verdienten Aufstieg zuzugestehen. Sich hinter vergeblichen „Reformversuchen“ der Vergangenheit zu verschanzen, wie Sie es in einem Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung vom 28.06.2017 getan haben, wirkt spätestens durch die von Ihnen geplante und konsequent vorangetriebene Einfügung einer sportlich nicht qualifizierten Mannschaft in Hauruck-Manier unglaubwürdig. Herr Zimmermann, stoppen Sie den weiteren Ausverkauf des Fußballs und werden Sie Ihrer Verantwortung gegenüber Vereinen, Spielern und Fans gerecht!

Sportliche Grüße
Abteilung Herzblut – Hessen Kassel
Aktive Fans Kickers Offenbach
Block 30 – Hessen Kassel
Block 385 – FSV Frankfurt
Fanszene Stuttgarter Kickers
Inferno Koblenz
Nebulosa-Impero Ulm
PRO Waldhof e.V.
Supporters Mainz e.V.
Supporters Ulm 1999
Supporters Worms 1997
Virage Est Saarbrücken

01.04.2017 & 09.04.2017

Routiniert kopfschüttelnd nahmen wir die wirren Sanktionen des Sportgerichts unter Vorsitz von Prof. Dr. Pitz für den FCS zur Kenntnis. Um diese Sicht der Dinge all denjenigen transparent zu machen, die differenziert mit der Thematik umgehen können, im Folgenden ein Kommentar.

Seit Jahren definiert eine kleine Gruppe von Verbandsfunktionären in den Kontrollgremien der Bund- und Regionalverbände, welche Vorfälle bei Fußballspielen als unsportlich zu werten sind. Der ursprüngliche Sinn dieser Sportgerichte lag einmal darin, unfaire Aktionen auf dem Feld zu sanktionieren – Tätlichkeiten, Schwalben, grobe Fouls, das waren die relevanten Themen in den Kontrollgremien der Verbände. Diese Befugnis wurde in der Vergangenheit stark ausgeweitet, mittlerweile vereinen die Herrschaften in den Verbänden offenbar so viel (Sozial)Kompetenz, um einschätzen zu können, was bei Fußballspielen unpassend ist und wie „Fehlverhalten“ von Fußballfans zu ahnden ist. Der ironische Unterton macht hoffentlich klar, wie weltfremd diese Kompetenzerweiterung ist. Betagte Verbandsfunktionäre, die in vielen Fällen noch nie in einer Fankurve standen, maßregeln Fanverhalten und spielen damit Henker und Richter zu gleich. Ein Verband definiert unsportliches Verhalten, und urteilt im gleichen Atemzug darüber. Eine unabhängige Bewertung findet in der Sportgerichtsbarkeit nicht statt – das fragwürdige Instrument dieser Strafen wird genutzt, um den Fußball nach den sterilen Vorstellungen der Verbände aufzubauen. Die Herren ignorieren dabei leider allzu oft, dass Millionen Fußballfans in diesem Land kein größeres Problem mit Pyrotechnik, Spruchbändern und derben Gesängen hätten, wenn denn die Vereine nicht andauernd Kohle für diese Lappalien latzen müssten. Und damit sind wir beim Knackpunkt: wohlkalkuliert wird von Verbandsseite daraufhin gearbeitet, Unfrieden zwischen Verein und Szene bzw. innerhalb der Fanszene zu schaffen, um den Fokus von eigentlichen Problemen abzulenken. Pyrotechnik, Spruchbänder und Gesänge, seien sie noch so derb und insbesondere Gewalt, sind nämlich kein größeres Problem bei Fußballspielen, als in anderen Teilen des gesellschaftlichen Lebens. Im Gegenteil: Statistiken zeigen, dass die Gefahr bei Fußballspielen – bspw. verletzt zu werden – weitaus geringer ist, als bei Volksfesten, Kneipenabenden oder anderen öffentlichen Veranstaltungen. Deshalb ist eine Paralleljustiz neben dem eigentlichen Rechtssystem nicht nur sinnlos, sondern auch aus rechtlicher Sicht äußerst fragwürdig. Die eigentlichen Probleme im deutschen Fußball(bund); Korruption und Vetternwirtschaft, wahnwitzige Auflagen, immer schwieriger zu erfüllende Lizensierungsbedingungen, eine fortschreitende Spieltag Zerstückelung, Nachwuchsmangel im Amateurbereich etc.; werden geschickt retuschiert, um akribisch daraufhin zu wirken, verbandskritische Fans zu isolieren und in eine kriminelle Ecke zu schieben. Die Öffentlichkeit fällt auf dieses Spiel leider allzu leicht herein. Mit uns lässt sich diese Masche jedoch nicht abziehen, so groß die Missstimmung zwischen Verein und Szene bzw. Fanszeneintern auch sein mag, wir werden eine Verbandsjustiz in dieser Form niemals akzeptieren können, geschweige denn unser Verhalten davon beeinflussen lassen.

Lassen wir die konkreten Vorkommnisse gegen Walldorf, Ulm, Homburg, Trier und Steinberg Revue passieren, lässt sich zu allererst mal feststellen, dass es nicht einen Verletzen zu beklagen gab, der auf das Konto Saarbrücker Fans ging. In Walldorf wertete der Verband derbe Gesänge als „unsportlich“, bei den anderen Spielen waren es hauptsächlich Pyrotechnik und emotionale Ausbrüche, die Pitz und Co. (?) gegen den Strich ging. Insbesondere die Ereignisse beim Spiel in Homburg – u.a. wäre hier das Betreten des Innenraums nach Ausgleich kurz vor Schluss zu nennen – stehen in keinerlei Verhältnis zu den ausgesprochenen Strafen. Gegebenenfalls sollte der FCS den Menschen beim Verband mal verklickern, dass alles, was heute bei Spielen des FC gegen Homburg passiert, im Vergleich zu früheren Derbys Kindergeburtstag ist. Auch gegen Trier würde ein differenzierter Blick auf die Ereignisse Abhilfe schaffen. Im Endeffekt betraten Saarbrücker Fans den Innenraum, nachdem der Eindruck entstand, dass Trierer Fans die Zäune überstiegen, um FC Fans in benachbarten Blöcken anzugreifen. Als ersichtlich wurde, dass es dazu nicht kommt, sind diese Leute zurück in den Block, ohne dass eine Eskalation gesucht wurde.

Vereine müssen daher endlich den Fakten Tribut zollen und den Verbänden gegenüber demonstrieren, dass die ausgesprochenen Strafen nicht nur ziel- und zwecklos sind, sondern auch in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Geschehnissen stehen. Wir appellieren deshalb auch an alle FC Fans, dem unwürdigen Schauspiel mit personalisierten Karten gegen Trier und Stuttgart eine Absage zu erteilen. Die Vereine müssen sich hinterfragen, ob in Zukunft weiterhin der unkomplizierte Weg gegangen wird, indem der moralische Zeigefinger gehoben und mit Regressforderungen kolportiert wird, oder ob der steinige Weg einer verantwortungsvollen Auseinandersetzung mit der Thematik eingeschlagen wird. Der Ball liegt bei also mehr denn je bei den Clubs, sich gegenüber dem Verband endlich für ein Ende dieser aberwitzigen Spirale aus Sanktionen und Auflagen stark zu machen.

Virage Est Saarbrücken

Saisonstart 2016 / 2017

Neues Jahr, neues Glück? Im schnelllebigen Fußballalltag ist diese Floskel sicher zutreffender als in vielen anderen Bereichen unseres Lebens. Getan hat sich im Sommer jedenfalls so einiges beim FC… Viele Gesichter der alten Mannschaft tragen nicht mehr unser Maillot und haben das Weite gesucht. Traurig sind wir darüber gewiss nicht, spätestens seit der letztjährig gezeigten Respektlosigkeit gegenüber der Kurve hatten Teile der Mannschaft keinerlei Kredit mehr in unseren Reihen.

Eine der drängendsten Fragen, die einen Großteil der blauschwarzen Anhängerschaft beschäftigt, können wir guten Gewissens mit Nein beantworten. Aber fangen wir erstmal vorne an. Die bisher eingetretenen Veränderungen im Verein begrüßen wir ausdrücklich, der Kader macht einen frischen, motivierten Eindruck und auch die Installation neuer Personen im operativen Bereich stimmt uns optimistisch. Wenig zuversichtlich sind wir bezüglich grundlegender, struktureller Einschnitte, die in unserem Club seit über einem Jahrzehnt überfällig wären. Die alleinige finanzielle Abhängigkeit von Hartmut Ostermann ist nach wie vor gegeben, die von Herr Weller stolz verkündete Senkung des Etats ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn die frei gewordenen Mittel nicht in nachhaltige Projekte, wie etwa die Senkung der Schuldenlast, fließen. Jedes Kind in Saarbrücken weiß, dass millionenschwere Verbindlichkeiten bei Ostermann/Victors den Weg für potentielle Nachfolger der Ära Ostermann zum finanziellen Himmelfahrtskommando machen würden. In der Luxussituation, dass „unser“ Präsident gleichzeitig Hauptsponsor ist, wären die Möglichkeiten durchaus gegeben die Verbindlichkeiten nachhaltig zu senken. „Zum Wohle des Verein“ zu handeln bedeutet mehr als nur ein oder zwei Jahre in die Zukunft zu schauen und auf den gefühlt zehnten Zweijahresplan zu hoffen. Herr Ostermann hätte es in der Hand diese Schritte einzuleiten, man denke nur an die Marketingrechte, die in „seinem“ Besitz sind. Warum erzählen wir euch das? Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass sich an den Strukturen hinter den Kulissen nicht allzu viel geändert hat. Bezeichnend, dass Schatzmeister Weller unter den Augen bekannter Ehrenmänner, die laut HO und Co. keine offiziellen Posten mehr im Verein bekleiden, die neue sportliche Leitung des Vereins präsentiert.

Im Sinne des Vereins kann bei der nächsten Mitgliederversammlung nur das Ziel sein, die Weichen zu stellen, um unseren Club aus dieser ungesunden finanziellen Abhängigkeit heraus zu führen. Unabhängige Kandidaten in den Aufsichtsrat zu wählen, die eine gewissenhafte Beurteilung des Präsidiums gewährleisten, keine Ja-Sager verkörpern und vor allen Dingen fähig sind einschneidende Entscheidungen zu treffen, brauch unser FCS in der Zukunft.
Im Übrigen sollte Herrn Ostermann endlich klar werden, dass ein Präsident den Verein repräsentieren muss und nicht beim Großteil der Spiele mit Abwesenheit zu glänzen hat. Sollten die Spielbesuche des Präsidenten weiter so rar sein wie in der vergangenen Saison, liefert er weitere Argumente, warum die Position des Präsidenten für ihn ungeeignet ist.

Deshalb ein klares Nein, die Kritik wird von unserer Seite nicht verstummen. Schlicht deshalb, weil sie nach wie vor berechtigt ist. Gleichwohl wird der Boykott in den ersten 19:03 Minuten jedes Spiels zur neuen Saison bis auf weiteres aufgehoben. Wir glauben an unsere Mannschaft und wollen gemeinsam mit allen supportwilligen FC Fans eine Atmosphäre schaffen, die mit etwas Glück schon in diesem Jahr den Aufstieg begünstigen kann. Rafft euch auf, kommt zum FC und unterstützt Blau Schwarz! Wir sind der 12. Mann!

Aux Armes!

Boys Saarbrücken

Info für alle FC Fans

Das kommende Heimspiel der ersten Mannschaft gegen Astoria Walldorf werden wir nutzen, um in den ersten 19:03 Minuten unseren Unmut über die aktuelle Situation lautstark kund zu tun und deutliche Forderungen an Hartmut Ostermann zu stellen. Nach dieser Protestphase werden wir das Stadion geschlossen verlassen, nach Quierschied fahren und dort die U19 unseres FCS unterstützen.

Hartmut Ostermann kann in den kommenden Wochen unter Beweis stellen, dass es ihm nicht egal ist, wenn unser Verein endgültig gegen die Wand gefahren wird. Setzt kein Umdenken ein, wird ein leeres Stadion ohne echte Stimmung die triste Zukunft des 1. FC Saarbrücken sein.

Für diesen finalen Warnschuss rufen wir alle organisierten und unorganisierten Fans auf sich uns anzuschließen und ebenfalls nach 19:03 Minuten das Stadion zu verlassen. Denn so, wie unser Verein aktuell geführt wird, ist eine erfolgreiche Zukunft reinste Utopie. Gemeinsam Zeichen setzen!

Wir sehen uns am Samstag, Treffpunkt 12:45 Uhr Stadion Völklingen!

Ein Zwischenruf…

Die Augen muss man sich schon ein wenig reiben, wenn man sieht, dass es doch noch einige Leute gibt, die in der aktuellen Situation den Weg zum FC finden. Gerade deshalb freuen wir uns über jeden Blau Schwarzen, der ins Stadion kommt und noch nicht die Flinte ins Korn geworfen hat. Unserer Ansicht nach ist es in den letzten Spielen wichtiger denn je Präsenz zu zeigen. Den Verantwortlichen, und in erster Linie Präsident Ostermann, muss klar gemacht werden, dass es höchste Zeit ist, um grundlegende Entscheidungen für die Zukunft unseres Vereins zu treffen. Wieder mal hat Hartmut Ostermann die Chance, unter Beweis zu stellen, dass er seiner Verantwortung als Präsident des 1. FC Saarbrücken gewissenhaft nachkommen will. Eine Zukunft mit Hartmut Ostermann wäre für uns folglich nur dann eine Option, wenn mit neuer Struktur und frischem Personal in die Zukunft gegangen wird. Wir sehen uns deshalb in der Pflicht unermüdlich, lautstark und nachdrücklich an Hartmut Ostermann zu appellieren endlich alte Zöpfe abzuschneiden und neue Wege einzuschlagen. Die niederschmetternde Bilanz der bisherigen Vereinspolitik muss den Präsident zum Umdenken bringen. Tritt ein Umdenken nicht ein, wird es keinen gemeinsamen Weg in der Zukunft geben. Hartmut Ostermann hat es in den kommenden Wochen erneut in der Hand neue Kompetenzen ins Boot zu holen und sein erfolgloses Führungspersonal endlich über Bord zu werfen. Nachdem Ostermann im vergangenen Jahr eine Zusammenarbeit mit den Funktionären der Gruppe UnserFC noch als nicht richtig erachtete, muss ihm spätestens jetzt, nach dieser desaströsen Saison, klar sein, dass neue Strukturen und frischer Wind unerlässlich für unseren Verein sind. Eine Übereinkunft zwischen Ostermann und UnserFC wäre ein erster Schritt in eine positive Zukunft. Daher auch unser unmissverständlicher Appell an die Personen von UnserFC, wieder aktiv zu werden! Unsere Forderungen für eine gemeinsame Zukunft an Hartmut Ostermann sind jedenfalls klar:

– Neue Personen mit Kompetenz und Sachverstand müssen in die aktive Vereinsführung integriert werden
– Klare und verständliche Konzepte samt erkennbarer neuer Personalien müssen vorgelegt werden
– Wir erwarten die Integration von Leuten, die die Sprache der Basis sprechen und Meinungen der Mitglieder ernst nehmen und Entscheidungsprozesse transparent machen
– Hau-Ruck-Aktionen, wie zum Beispiel die Idee eines Beirates mit Klimmt und Co. können keinen Neuanfang einleiten und werden deshalb nicht akzeptiert
– Mit Bodenständigkeit zurück in die Erfolgsspur
– Die Weichen müssen JETZT gestellt werden und nicht erst nach der Sommerpause
– Mit frischen und neuen Ideen gemeinsam in die neue Saison
– Einberufung einer Mitgliederversammlung noch vor Saisonbeginn, wenn nötig auch aus eigener Kraft

Wenn Herr Ostermann, wie angekündigt, tatsächlich „alles auf den Prüfstand“ stellen will, dann wäre die Einberufung einer Mitgliederversammlung noch in diesem Sommer ein ehrliches Zeichen gegenüber Fans und Mitgliedern des FCS. Wie viele Mitglieder plagt auch uns die Sorge, dass zum x-ten Mal keine Lehren aus dem Scheitern dieser Saison gezogen werden. Herr Ostermann, der Ball liegt bei Ihnen.

Boys Saarbrücken, April 2016

Außerordentliche Mitgliederversammlung

Spaltung des Vereins? Unruhe? Profilierungssucht? Die Aufregung über die Geschehnisse rund um den 1.FC Saarbrücken und dessen Akteure nimmt kein Ende. Die Presse und große Teile der Fans beschwören die Einigkeit und sehen beide Seiten in der Pflicht sich zu bewegen.

Diese Forderung ist äußerlich nachvollziehbar, nach Betrachtung der Fakten stellt sich die Gemengelage aber differenzierter dar, als sie auf den ersten Blick wirkt.

Orientieren wir uns daran, was in jüngster Vergangenheit passiert ist:

Hartmut Ostermann kündigt am 27.03.2015 an, dass nach Abschluss der Saison eine außerordentliche Mitgliederversammlung stattfinden wird, bei der eine Neuwahl des Aufsichtsrats vorgesehen ist. Im Zuge dieser Pressekonferenz war auch von einer Neubesetzung des Präsidiums und einer eventuellen Ausgliederung der Profiabteilung die Rede.
Die Neustrukturierung der Gremien wäre eine löbliche Veränderung im Sinne des 1. FC Saarbrücken gewesen. Dazu gekommen ist es leider nicht. Begründet wurde die Absage der Mitgliederversammlung von Vereinsseite mit der Prüfung des Satzungsantrags, der im Juni auf der Geschäftsstelle eintraf. Über 250 Anhänger setzten ihre Unterschrift unter den Antrag von Tobias Wittstadt, der die sofortige Abberufung des Aufsichtsrats und des Präsidiums vorsah.

Bekanntermaßen waren nicht alle Unterzeichner Mitglieder des FCS, weshalb der Antrag die notwendigen zehn Prozent verfehlte. In diesem Zusammenhang sind uns mehrere Fälle bekannt, in denen die Mitgliedschaft erst dann offiziell bestätigt wurde, als der Antrag schon eingereicht und geprüft worden ist. Ob diese Irritationen dem bösen Willen oder den langsamen Mühlen der FCS-Maschinerie geschuldet sind wird nicht mehr zu klären sein. Ein fader Beigeschmack bleibt.
Fest steht, dass nicht genügend Unterschriften gesammelt worden sind, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu beantragen. Dass dieser Umstand kein gutes Licht auf unsere Bemühungen wirft, dabei zu helfen, den Verein endlich neu zu strukturieren, ist uns bewusst.

Wer aber allen Ernstes glaubt, dass Hartmut Ostermann die Einladungen für die angekündigte Mitgliederversammlung am 29. Juni nach dem verpassten Aufstieg schon unterschrieben in der Schublade liegen hatte, der hat leider den Blick für die Realität verloren. Wenn der Präsident die Neustrukturierung der Gremien ankündigt, dann aber auf jegliche Nachfragen, wie diese Neustrukturierung denn konkret aussehen soll, ausweichend und nebulös antwortet, dem ist nur schwer Glauben zu schenken.
Das mangelnde Vertrauen in die Ankündigungen von Hartmut Ostermann kommt schließlich nicht von ungefähr. Zu oft wurden die Mitglieder des 1. FC Saarbrücken in der Vergangenheit mit Versprechungen getäuscht, die letztlich nicht eingetroffen sind:

– Personalie Sasic: Von der Sportförderung bei Victor’s zum Leiter der Lizenzspielerabteilung und Teil der Geschäftsführung des FCS. Im März 2015 (!) fühlte sich Hartmut Ostermann zum ersten Mal berufen den Fans und Mitgliedern des FCS mitzuteilen, dass Milan Sasic großen Einfluss auf die sportlichen Geschicke hat. Ein Jahr Verschleierungstaktik und Mitgliederverarsche schlagen dem Fass den Boden aus. Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit? Fehlanzeige!

– „Ehrenmann“ Pini: „Das war ein Versprechen von Michael Arnold. (…) Nach dem Rücktritt von Sebastian Pini haben die anderen Aufsichtsratsmitglieder wahrscheinlich gedacht, dass sich die Sache erledigt hat. (…)“ (Hartmut Ostermann, 25.07.2015 Quelle: offizielle FCS-Homepage)

Eigentlich müsste man über so viel Dilettantismus herzhaft lachen, wäre diese Aussage kein weiterer Schlag ins Gesicht der Mitglieder. Ostermanns Aussagen sind an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Als Präsident muss er erkennen, dass diese Affäre viele Mitglieder bewegt und eine lückenlose Aufklärung im Interesse der Mitgliedschaft ist. Es handelte sich um ein Fehlverhalten von HOs damaligem Präsidiumskollegen. Bis heute ist nicht bekannt, welche Personen aus der FCS-Führung noch in diese Affäre involviert waren. Der Verweis auf die Aussage von Michael Arnold ist ein billiger Versuch die Verantwortung von sich wegzuschieben. Der Verweis auf die anderen AR-Mitglieder ist an dieser Stelle noch viel scheinheiliger. Schließlich glänzte der aktuelle Aufsichtsratsvorsitzende und Ostermann-Vertraute Franz-Josef-Abel vor kurzem mit diffamierenden Aussagen gegenüber den Personen, die einer neuen Vereinskultur aufgeschlossen gegenüber stehen: „Wenn ein Krebsgeschwür da ist, dann muss man es herausschneiden.“ Dass Herr Abel gedacht hat, „dass sich die Sache erledigt hat“ ist folglich sehr gut vorstellbar. Der Verantwortung, die ein Präsident zu tragen hat, ist Hartmut Ostermann allerdings zum wiederholten Male nicht gerecht geworden. Unentschuldbar!

Das Resultat dieser verfehlten Vereinspolitik ist der große Wunsch vieler Anhänger nach einer nachhaltigen Veränderung der Vereinsstrukturen. Die Möglichkeit dazu ist nun gegeben. Die Gruppe „UnserFC“ hat Sponsorenzusagen in Höhe von zwei Millionen Euro. Eine beachtliche Zahl, die deutlich macht, dass es entgegen Wellers Märchengeschichten durchaus realisierbar ist neue Sponsorengelder zu akquirieren.

Die Tatsache, dass von allen Vertretern dieser Gruppe der ständige Dialog mit allen interessierten Personen angeboten wird, ist ein erfrischendes und lange nicht gehörtes Signal. Die nächsten Tage werden zeigen, ob Hartmut Ostermann im Sinne des Vereins handelt und den Dialog sucht oder ob sein Einzelinteresse am 1. FC Saarbrücken größer ist als das Interesse an einer gemeinsamen Lösung.

Auch deshalb sind für uns einige Reaktionen aus der Fanszene nicht nachvollziehbar. Während ein 20-jähriges Sponsoring-Engagement eine sachliche Beurteilung hinsichtlich Effizienz und Nachhaltigkeit durchaus zulässt, hat es nichts mit Sachlichkeit zu tun, wenn schon nach wenigen Tagen negativ über die Gruppe „UnserFC“ geurteilt wird. Insbesondere dann, wenn von Seiten der Kritiker noch nicht mal der Dialog gesucht wurde!

Unserer Ansicht nach ist es ohne Einschränkungen zu begrüßen, dass es Personen gibt, die den Verein verändern wollen und eine Vereinskultur schaffen wollen, die den FCS wieder sympathischer und glaubwürdiger macht. Wir sehen zum aktuellen Zeitpunkt keinen Grund diese Personenkonstellation vorzuverurteilen.

Wir werden uns am kommenden Samstag darum bemühen genügend Unterschriften zu sammeln, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen zu können.

Die aktuelle Polarisierung des Sachverhalts verlangt eine Mitgliederversammlung in naher Zukunft und nicht im Winter, wie von Hartmut Ostermann anberaumt.

Wir rufen daher alle interessierten Mitglieder auf im Sinne des 1. FC Saarbrücken zu handeln und mit einer Unterschrift die Beantragung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die eine Neustrukturierung der Gremien beschließen kann, zu ermöglichen.
Wer diese Ansicht nicht teilt und keinen Antrag unterzeichnen möchte, dessen Auffassung akzeptieren wir natürlich gleichermaßen.

Wir wünschen allen FC-Fans einen schönen Samstag im Weltkulturerbe Ludwigspark und den Jungs im Blau-Schwarzen Dress viel Erfolg!

Blau-Schwarze Grüße von den Boys Saarbrücken!