Aufkündigung des Dialogs mit DFB & DFL

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Neues Polizeiaufgabengesetz in Bayern stoppen!

Mit Sorge blicken wir als Fußballfans derzeit nach Bayern. Voraussichtlich im Mai will die dortige Landesregierung über ein neues Polizeiaufgabengesetz (PAG) abstimmen. Die Gesetzesnovelle beobachten wir bundesweit mit großer Skepsis. Wir befürchten: Das Gesetz könnte für andere Bundesländer Signalwirkung haben – und es wird uns auch als Fußballfans betreffen.

Um was geht es?

Das Gesetz soll die Befugnisse der Polizei in Bayern massiv erweitern. Konkret führt der derzeitige Entwurf den Begriff der sogenannten „drohenden Gefahr“ ein. Das bedeutet: Sobald die Polizei vermutet, dass eine Person zukünftig Straftaten begehen könnte, kann sie umfassende Maßnahmen einleiten. Dafür muss man in der Vergangenheit keine Straftaten begangen haben. Faktisch stellt das neue Gesetz jeden Bürger unter Generalverdacht. Geht es so durch wie derzeit geplant, hätte die Polizei in Bayern nahezu grenzenlose Befugnisse.

– Die Polizei dürfte auf reinen Verdacht Orts-, Aufenthalts-, und Kontaktverbote aussprechen.
– Die Polizei dürfte auf reinen Verdacht elektronische Fußfesseln gegen mögliche „Gefährder“ aussprechen.
– Die Polizei dürfte auf reinen Verdacht die Telekommunikation anzapfen – und das zum Beispiel auch in eigentlich verschlüsselten Nachrichten und Chats.
– Die Polizei dürfte auf reinen Verdacht Postsendungen abfangen.
– Die Polizei dürfte in Echtzeit Kameradaten auswerten und die Leute auf den Aufnahmen identifizieren. Zudem sollen Einsatzkräfte mit sogenannten „Bodycams“ ausgestattet werden.
– Die Polizei hätte die Möglichkeit, beispielsweise über Drohnen, Videos von „Verdächtigen“ zu filmen, ihre Handydaten zu speichern oder ihre Telefon- und Internetverbindungen zu kappen.
– Die Polizei dürfte nicht mehr nur Maschinengewehre und Handgranaten einsetzen, sondern auch Sprenggeschosse, die aus Schusswaffen verschossen werden können.

Was geht uns das an?

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass das Gesetz bundesweit Schule machen könnte. Heute Bayern, morgen Deutschland. Andere Bundesländer, wie zum Beispiel Nordrhein-Westfalen, sollen bereits über die Einführung ähnlicher Gesetze nachdenken.

Hinzu kommt, dass wir als Fußballfans nahezu alle vom neuen PAG betroffen sind. Spätestens dann nämlich, wenn wir selbst zu Auswärtsspielen nach Bayern reisen. Schon jetzt treten die Einsatzkräfte dort häufig aggressiver auf, als in anderen Bundesländern. Wir fragen uns: Wie wird das erst mit den erweiterten Befugnissen sein? Schließlich macht das Bayerische Innenministerium gar keinen Hehl daraus: Der Begriff der „drohenden Gefahr“ soll nicht nur auf dem Gebiet der Terrorabwehr gelten. Bedeutet konkret: Auch wir als Fußballfans werden früher oder später unter die Kategorie potenzieller Gefährder fallen. Nicht weil von uns tatsächliche Gefahr ausginge, sondern weil die Polizei in uns „drohende Gefahr“ ausgemacht haben will. Noch ist zudem völlig unklar, wie weit das bayerische Gesetz tatsächlich reichen würde. Wenn eine Mannschaft aus einem anderen Bundesland in den Freistaat reist – dürfte die Bayerische Polizei dann möglicherweise auch die Handys der Gästefans anzapfen? Geht das neue Gesetz in Bayern durch, wäre die Büchse der Pandora hin zum Polizeistaat tatsächlich geöffnet.

Uns ist natürlich bewusst, dass wir als Fußballfans in Deutschland – mit Ausnahme der bayerischen Szenen – nur indirekt Einfluss auf die Politik im Freistaat nehmen können. Es ist uns dennoch wichtig ein gemeinsames Zeichen zu setzen. Das Thema ist von zu großer Bedeutung und Signalwirkung, um es nur regional auszufechten. Wir fordern deshalb: Neues Polizeiaufgabengesetz stoppen!

Die Fanszenen Deutschlands
April 2018

Die Zukunft des Fußballs beginnt jetzt – und wir müssen sie gestalten!

Der berühmte Blick über den Tellerrand… Auch uns als Viertligist ist nicht entgangen, dass aktuell einige, vermeintlich einflussreiche Personen aus dem deutschen Fußball mit allen Mitteln versuchen, die 50+1 Diskussion zurück auf die Agenda zu bringen. Der schäbige Versuch mit einer neuen Regelung die aktuellen Gegebenheiten aufzuweichen, ist zu offensichtlich. Und doch wird die DFL in Zusammenarbeit mit gewissen Vereinsvertetern und wohl gesonnenen Pressefuzzis alles unternehmen, um den Status Quo abzuschaffen. Nicht mit uns! Wie in ganz Deutschland werden auch wir in Saarbrücken nicht müde zu betonen, dass der Fußball seinen Fans und Mitgliedern gehört, und nicht irgendwelchen Gönnern und Investoren! Wir sind aktuell in Gesprächen mit den Verantwortlichen des FC, um diese Regelung auch in unserer Satzung zu verfestigen und zu stärken. Die Bereitschaft von Weller & Co. hierfür ist überraschend positiv, wir sind gespannt, ob es dabei bleibt, wenn es denn wirklich konkret wird. Folgendes Statement des bundesweiten „Interessenbündnis“ aus fast allen Fanszenen des Landes unterstreicht jedenfalls nochmal, warum der jetzige Zustand unverhandelbar bleibt:

Was ist passiert?

Nach dem offiziell von Martin Kind ruhend gestellten Antrag auf Ausnahme der 50+1-Regel für sich und Hannover 96 soll die 50+1-Regel nun von allen DFL-Clubs „modifiziert“ werden. Für eine solche Modifizierung werden 24 von 36 Stimmen, also eine 2/3-Mehrheit, aller DFL-Mitglieder (=Clubs) benötigt. Martin Kinds Problem wird somit zum Problem aller Fans und Vereine.

DFL und DFB haben nichts verstanden!

Die Grundsatzdiskussion zur 50+1-Regel wurde nach jahrelangen Diskussionen mit 36:0 Stimmen aller DFL-Clubs 2014 zum Abschluss gebracht. Seit 2014 ist eigentlich überhaupt nichts passiert, schon gar nicht seit August 2017, wo es noch von DFB und DFL großmäulig hieß: „Wir haben verstanden“. Nur Martin Kind konnte man nicht wie erwartet durchwinken. Ein Erfolg aller Fans-bundesweit!
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert will das Fass jetzt wieder öffnen und initiiert eine „Grundsatzdebatte zur 50+1-Regel“, um nicht nur Kind, sondern allen Investoren eine Übernahme zu ermöglichen, ob sie nun Kind, Kühne, Isamaik oder sonst wie heißen. Damit steht fest: Seifert, Grindel & Co haben überhaupt nichts verstanden. Sie glauben ernsthaft, die Fans verarschen zu können, indem sie Wasser predigen und Wein saufen!

Was ist das Ziel der angestrebten Modifizierungen?

Im Klartext: nichts weiter als das faktische Ende von 50+1 in Deutschland durch die Hintertür. Denn jetzt wollen natürlich auch andere Investoren die Diskussion nutzen, mit Hilfe williger Club-Bosse (wenn nicht eh identisch) „ihre“ Clubs von der vermeintlichen 50+1-Geißel zu befreien und dafür nicht erst 20 Jahre lang eine erhebliche Förderung nachweisen zu müssen. Eine 5-Jahres-Frist, wie sie in der freien Wirtschaft für Heuschrecken-Investoren üblich ist, wurde bereits ins Spiel gebracht.
Die neuerdings gerne gebrauchte und harmlos klingende Aussage, es solle doch jeder Verein selbst über 50+1 entscheiden, bedeutet letztlich nichts anderes. Wenn ein Verein selbst und nicht mehr die DFL entscheiden, ob ein Investor übernehmen darf oder nicht, sobald sich der Verein als gefördert „ansieht“, sind nicht nur Kind und Ismaik am Ziel ihrer Träume.
Stehen dabei lästige Vereinsmitglieder im Weg, wird man schon dafür sorgen, dass die Abstimmungsergebnisse passend gemacht werden, und sei es durch Geschenke an Einmal-Wähler (Trikot für Stimme) wie in Hamburg und Stuttgart unlängst geschehen. Wie es bei 1860 München aktuell ohne eine ernsthaft gelebte 50+1-Regel aussehen würde, kann sich jeder selbst ausmalen.

Wieso ist das jetzt wichtig für alle Fans und Fanszenen in Deutschland?

Die jetzt schon offensichtliche Schere zwischen arm und reich im Fußball würde noch größer werden als ohnehin schon. Investoren würden sich naturgemäß zuerst für die großen Clubs interessieren. Für Traditionsclubs, Zweitligisten oder gar noch niedriger spielende Clubs, die sich dem Ausverkaufswettbewerb nicht anschließen wollen, würde das letztlich bedeuten, dass es für sie noch unmöglicher würde, zur Spitze aufzuschließen.
Wenn die Großen noch größer werden und die Ab- und Aufstiegsplätze mehr denn je schon vor Saisonbeginn feststehen, werden sich die kleinen, oft überschuldeten Clubs in Ihrer Verzweiflung dann doch mit dem arabischen, amerikanischen, russischen oder chinesischen Teufel ins Bett legen, um die Abkürzung zu nehmen. RB Leipzig lässt grüßen.
Dass dadurch auch Eintrittspreise steigen oder Trikotfarben den Hauptsponsoren angepasst werden ist so klar wie die damit verbundenen Veränderungen für die Fanszenen, die oft beschworene Fankultur und das soziale Mengengefüge im Stadion. Die billigste Dauerkarte bei Arsenal London kostete schon 2013 über 1.000 EUR. Nicht umsonst pilgern jedes Wochenende Hunderte Fans aus dem Ausland wegen bezahlbarer Eintrittskarten und guter Stimmung in Deutschlands Stadien.

Wie soll das Ziel erreicht werden, 50+1 abzuschaffen?

Namhafte und weniger namhafte Persönlichkeiten wie Christian Seifert, Christoph Schickhardt (umtriebiger Fußball-Anwalt vieler Clubs), Alfred Draxler (Bild) und Rainer Franzke (Kicker) sowie diverse Club-Funktionäre werden ihre aufgehübschten alternativen Ansichten von 50+1 massiv bewerben.
Mit wertlosen Brotkrumen, die größtenteils eh selbstverständlich sein sollten und auch problemlos ohne eine Diskussion um 50+1 festschreibbar wären (z.B. Verbote zur Änderung von Vereinsfarben oder ein Umzug von Clubs in eine andere Stadt), wird man dabei versuchen, die Fans zu blenden. Ziel ist es, die de facto Abschaffung von 50+1 salonfähig zu machen.

Was muss man tun, um dem entgegenzuwirken?

Es ist eindeutig der sportpolitisch wichtigste Kampf der Fans in naher Zukunft, da deren Ausgang zwangsweise Einfluss auf unseren Fußball in zehn, zwanzig, dreißig oder vielleicht auch schon zwei Jahren haben wird und auf unsere Mitbestimmungsmöglichkeiten in den Vereinen (noch) mit Bindung zu den Profis.
Wird 50+1 ausgehöhlt, öffnet sich die Büchse der Pandora. Es ist dann keine Frage mehr ob, sondern wann englische/spanische/französische Verhältnisse im deutschen Fußball einkehren. Der Gegenwind der Fans muss massiv und dauerhaft sein, um Wirkung zu zeigen. Augen zu und durch – das gelingt vielleicht im Kleinen, aber nicht, wenn der Gegenwind alle Stadien in irgendeiner Form erfasst und damit das gesamte „Premiumprodukt“ der DFL. Bleibt der Gegenwind dagegen aus, haben die 50+1-„Putscher“ freie Hand. Den Verantwortlichen bei DFB und DFL sowie in besonderem Maße auch in den (ausgelagerten) Clubs und Vereinen muss klar werden, dass sie massiver Widerstand erwartet, wenn sie sich auf das durchschaubare Spiel einlassen.

Parallel dazu sollten alle Fanszenen dafür sorgen, Einfluss in ihren Vereinen zu erlangen und dort Verantwortung zu übernehmen. Wer kein Vereinsmitglied ist, kann keinen Einfluss nehmen und wer keinen Einfluss nehmen kann, gibt seine Mitbestimmungsrechte auf.

Das Wichtigste jetzt:

Keine neue Grundsatzdebatte zu 50+1!

Die 50+1-Regel und die Kriterien für eine Ausnahmegenehmigung sind nicht verhandelbar!

Positionspapiere

Etwas verspätet, aber besser als nie noch ein Update zur derzeitigen Entwicklung:

Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende. Eine Zeit mit doch besonderen Protesten und Ereignissen in der 1. bis zur 5.Liga. Die Proteste richteten sich gegen die sich zuspitzende Entfremdung der Verbände, allen voran des DFB, von der Basis des Fußballs – uns Fans. Betrachtet man die sechs Aktionsspieltage in ihrer Themenbreite und Geschlossenheit wird jedem der sich nur ein bisschen mit Fußball beschäftigt und regelmäßig Spiele seines Vereines live verfolgt bewusst, wir befinden uns in der Phase der Veränderung.

Der Fußball in Deutschland mit seiner einzigartigen Fanlandschaft, seinen unzähligen Fanszenen, seinen „immer vollen“ Stadien steht an einer roten Linie. Der DFB und die DFL entfernen sich immer weiter von ihrer doch so hochgelobten Basis.

Wir die Fans haben den Fußball in Deutschland zu dem gemacht für was er heute ist und welchen Namen er sich auf der ganzen Welt gemacht hat. Es gibt unzählige Beispiele was den Fans in den letzten Jahren als Rucksack mitgegeben wurde, nur damit die Spirale des Profites immer weiter nach oben gedreht werden konnte. Die Aktionsspieltage seit dem 18.08.2017 haben klar gezeigt, dass nicht nur die Ultras oder Hardliner die Nase voll haben, Jahr für Jahr neue Schikanen ertragen zu müssen nur um seinen Verein zu den Spielen zu begleiten.

Nicht erst seit dem Standpunktgespräch beim DFB in Frankfurt am 09.11.2017 ist uns bewusst, dass man von heute auf morgen den Fußball nicht verändern wird. Vor allem aber sehen wir uns auch selbst in der Pflicht und wollen für unsere Rechte als Fußballfans kämpfen. Im Anschluss an das Gespräch haben wir als Fanszenen mehrere Positionspapiere erarbeitet, die wiedergeben, was unproblematisch und kurz- bis mittelfristig verändert werden muss!

Diese Papiere haben wir dem DFB als Aufforderung mitgegeben und möchten sie nun auch euch nicht vorenthalten:

1. Kommerzialisierung

2. Stadionverbote

3. Sportgerichtsbarkeit

4. Fanrechte

5. Anstosszeiten

Die handelnden Personen des DFB und der DFL haben von uns ebenfalls diese fünf Kernthemen erhalten. Die nächsten Wochen werden Zeigen wie ernst eine Veränderung angestrebt wird und ein Umdenken stattfindet. Nach dem Ende der Winterpause wird es weitere Aktionsspieltage geben um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Wir stehen noch ganz am Anfang und sind uns bewusst, dass eine spannende und entscheidende Zeit für den Fußball vor uns liegt. Wir sind hochmotiviert, ausdauernd und haben noch einige Ideen.

Die Fanszenen Deutschlands

Kleiderspende & Mützenverkauf

Auch in diesem Jahr möchten wir zusammen mit euch ein Zeichen setzen und den Menschen in unserer Stadt unter die Arme greifen, die dringend unbürokratische Unterstützung benötigen. Der schreckliche Hausbrand in der Saarbrücker Saaruferstraße mit vier Toten wird niemandem von euch entgangen sein. Die Brandopferhilfe Saarland ruft schon seit einigen Tagen dazu auf, Kleider- und Sachspenden zur Verfügung zu stellen, die den betroffenen Menschen schnelle Direkthilfe bieten soll.

Um den Menschen ein erträgliches Weihnachtsfest und einen zumindest den Umständen entsprechend schönen Jahreswechsel zu ermöglichen, ist es uns ein Bedürfnis zusammen mit euch mit anzupacken:
Wir appellieren deshalb an jeden Blau-Schwarzen am kommenden Samstag dringend benötigte Kleidung (s. unten) zu spenden. Einzige Bedingung: die Kleidung soll in einem vernünftigen Zustand sein, Stofffetzen und stark in Mitleidenschaft genommene Kleidung werden nicht benötigt!
Folgende Kleidergrößen sind aktuell am dringendsten:
Herrenbekleidung (besonders winterfeste)

Schuhe in den Größen 40, 42, 43, 44/45, 47 und 47,5
Oberbekleidung in den Größen M-XXL
Hosen in den Größen (L/W) 32/34, 34/32, 34/30, 35/42 und in 52
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Damenbekleidung (besonders winterfeste)

Schuhe in den Größen 40/41 und 38/39
Oberbekleidung in den Größen 38/40 sowie S-M

Damit wir die aufgegebenen Spenden unkompliziert weiterleiten können, bitten wir euch darum, die mitgebrachten Sachen ordentlich zu verpacken (Karton/Kleidersack etc.). Wir stehen am Samstag quasi unmittelbar vor dem Heimeingang und nehmen die Spenden entgegen. Natürlich werden nach einem derart schlimmen Brand auch viele andere Dinge benötigt, Haushaltsgeräte jeglicher Art sind bspw. auch enorm wichtig. Eine Weiterleitung dieser Utensilien ist für uns aus logistischen Gründen nicht möglich – wenn ihr aber funktionierendes Material spenden wollt, dann wendet euch bitte direkt an die Brandopferhilfe Saarland. Wir werden außerdem eine Spendendose aufstellen, um zusätzlich etwas Geld für die Betroffenen zu sammeln. Solltet ihr direkt spenden wollen könnt ihr folgendes Spendenkonto nutzen:

Spendenkonto:
Spendenkonto Bank 1 Saar
IBAN: DE57591900000117913007
Verwendungszweck: Brand Saarbrücken 3.12.2017

Als Schmankerl kurz vor Weihnachten bringen wir außerdem noch eine schicke Mütze unters Volk. Die Auflage ist stark limitiert, ranhalten ist also von Vorteil. Der Erlös dieser Aktion fließt zu einhundert Prozent in eine karitative Einrichtung in Saarbrücken, die Kinder und ihre Familien in kritischen Lebenssituationen unterstützt. Nähere Infos dazu könnt ihr gerne bei uns erfragen.

Hinweis: Sollte das Spiel am Samstag ausfallen, sind wir zwischen 13 und 15 Uhr im Fanprojekt (Ziegelstraße, 66113 SB) anzutreffen, ihr könnt eure Spenden dann dort aufgeben.

Blau-Schwarze Grüße,

Ultras Virage Est

DFB stimmt Gespräch unter Einbeziehung einer transparenten, objektiven Berichterstattung nicht zu

Vorspiel

Nachdem das Fachmagazin „Kicker“ im Juni dieses Jahres von den Plänen des DFB berichtete, die chinesische U20-Nationalmannschaft in der Regionalliga Südwest am Spielbetrieb außerhalb des Wettbewerbs teilnehmen zu lassen, glaubten nicht wenige zunächst an einen schlechten Scherz. Leider wurde rasch deutlich, dass es dem DFB mit diesem Vorhaben sehr ernst ist. Zur jetzt anstehenden Rückrunde wird die U20-Nationalmannschaft aus Fernost wöchentlich gegen einen Verein aus dem Südwesten, der aufgrund der 19er-Konstellation gemäß des regulären Spielplans spielfrei hat, antreten. Der jeweilige Verein erhält hierfür 15.000 Euro. Lediglich der SV Waldhof Mannheim, die Stuttgarter Kickers und die TuS Koblenz haben den, vom DFB als „Freundschaftsspiele auf freiwilliger Basis“ bezeichneten, Spielen nicht zugestimmt.

Hintergrund dieses Vorhabens ist eine im November 2016 abgeschlossene Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China im Bundeskanzleramt, die im Beisein von DFB und DFL unterzeichnet wurde. Hierin verpflichten sich die beiden Länder zu einer engen Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Fußballs. Der Vertrag veranlasst die Fußballverbände der beiden Länder explizit dazu, Pläne und konkrete Vereinbarungen sowie finanzielle Absprachen zu treffen.

Reaktionen der Fanszenen

Innerhalb der Fanszenen der Regionalliga Südwest wurde schnell Kritik laut. In einem gemeinsam verfassten, offenen Brief wandten sich die Fanszenen der Offenbacher Kickers, Waldhof Mannheim, Mainz 05, 1. FC Saarbrücken, SSV Ulm, TuS Koblenz, Wormatia Worms, FSV Frankfurt, Hessen Kassel und der Stuttgarter Kickers am 07.07.2017 geschlossen an Ronny Zimmermann, DFB-Vize & Vorsitzender der Regionalliga Südwest, um ihren Unmut zu bekunden (nachzulesen u.a. auf:  http://www.pro-waldhof.de/archives/8537), ehe sie nach ausbleibender Antwort einen zweiten Brief am 14.07.2017 formulierten (nachzulesen u.a. auf: http://www.pro-waldhof.de/archives/8541). Kritisiert wurde unter anderem die fortschreitende Kommerzialisierung des Fußballs, indem die Interessengemeinschaft der Fans anführte, dass es entgegen der Darstellung des DFB letztlich nicht die Vereine der Regionalliga Südwest sein würden, die von den Spielen gegen die chinesische U20-Nationalmannschaft profitierten, sondern viel mehr DFB und DFL im Zuge der asiatischen Markterschließung. Neben dem nicht existierenden finanziellen Mehrwert auf Seiten der Vereine aufgrund von enormen Fixkosten und hohem ehrenamtlichen Einsatz, trotz einer Zahlung von 15 000 Euro, verwiesen wir zudem auf die moralische Verantwortung des DFB. Unter anderem wurde die Frage aufgeworfen, wieso der DFB eine Kooperation mit einem Staat eingeht, in dem die Pressefreiheit massiv eingeschränkt ist und Todesurteile massenhaft vollstreckt werden.

Ein wesentlicher Kritikpunkt bestand zudem in der fehlenden Transparenz rund um die gesamte Kommunikation im Zuge des „China-Projekts“. Im Detail wurde angemahnt, dass die Vereine telefonisch auf die Pläne angesprochen wurden und sowohl im Vorfeld als auch im direkten Nachgang keinerlei Zahlen oder Daten zu den Plänen geliefert wurden und kein Platz für Nachfragen bestand. Neben dem intransparenten Vorgehen gegenüber den Vereinen wurde zudem die sehr kurzfristige Bekanntgabe in der Öffentlichkeit bemängelt. In der Summe entstand somit der Eindruck, dass durch die kurze Zeit zwischen Veröffentlichung der Pläne und dem Start der neuen Saison versucht wurde, eventueller Kritik am Vorhaben möglichst geringe Entfaltungsmöglichkeit zu bieten.

Reaktionen des DFB

Mit etwas zeitlicher Verzögerung antwortete der DFB-Vizepräsident auf die beiden offenen Briefe und wies die vorgetragene Kritik in großen Teilen von sich (nachzulesen auf: http://www.pro-waldhof.de/archives/8550). Herr Zimmermann führte unter anderem an, dass es sich bei den einzelnen beanstandeten Punkten um „abstruse Theorien“, „Halbwissen“ oder „voreilige Fakten“ handele. Insgesamt bedauere er es, „dass Medien und Fangruppierungen frühzeitig mit Halb- bzw. Unwahrheiten ein falsches Bild vermittelt haben und die Stimmung völlig unnötig angeheizt haben.“

Konkret legte er unter anderem dar, dass die Eingliederung der chinesischen U20-Nationalmannschaft nie ein Thema gewesen sei, sondern es sich stets lediglich um Freundschaftsspiele auf freiwilliger Basis gehandelt habe. Darüber hinaus verteidigte er die telefonische, „auf kurzem Draht“ erfolgte Kommunikation mit den Vereinen und betonte, dass der DFB an dem Projekt nichts verdiene.

Zur Freude der Fanszenen unterbreitete Herr Zimmermann die Einladung eines persönlichen Gesprächs, um weitere Fragen umfänglich zu beantworten und betonte, dass er an einem Dialog mit allen Beteiligten sehr interessiert sei.

Nachspiel

Als Reaktion auf die Antwort von Herrn Zimmermann nahmen wir das Gesprächsangebot an, unser Ziel bestand schließlich darin einen konstruktiven Dialog mit den DFB-Verantwortlichen anzustoßen, in dem nicht nur über gegensätzliche Standpunkte diskutiert, sondern auch Themenbereiche angesprochen werden sollten, die für die breite Öffentlichkeit momentan undurchsichtig und nicht klar verständlich sind. Da in den offenen Briefen insbesondere die Kommunikationskultur des Verbands, im Sinne einer mangelhaften Transparenz gegenüber den Vereinen und der Öffentlichkeit, kritisiert wurde, forderten wir, den Kreis der am Gespräch teilnehmenden Personen um Pressevertreter verschiedener Medien zu erweitern, die bereits ihr Interesse an einer medialen Aufbereitung bekundet hatten. Hierdurch sollte die Qualität der Berichterstattung zur Meinungsbildung gewährleistet werden. Leider stimmte der DFB dieser Bedingung nicht zu und schlug im Gegenzug vor, den Medienvertretern lediglich im Nachgang die Möglichkeit zu geben, Fragen zu stellen. Da dies vollkommen konträr zu unserem Anspruchsdenken hinsichtlich der Offenlegung der gesamten Diskussion war und wir der Verantwortung gegenüber den Anhänger der unterzeichnenden Vereine im Sinne einer transparenten Berichterstattung bestmöglich Rechnung tragen wollten, betonten wir mehrmals die aus unserer Sicht bestehende Notwendigkeit der journalistischen Begleitung und unterstrichen nachdrücklich, dass der Kreis der Berichterstatter gerne von Seiten des DFB ergänzt werden könne bzw. das eine Einladung an alle Medienvertreter unserseits begrüßt würde. Der DFB konnte einem Gespräch in dem von uns geforderten Rahmen mit Einbeziehung der Öffentlichkeit bis zuletzt dennoch nicht zustimmen.

Konsequenz

Leider müssen wir feststellen, dass der DFB auch weiterhin nicht an einer offenen Kommunikation interessiert ist und unsere vorgetragenen Kritikpunkte diesbezüglich berechtigt sind. Wir sahen uns daher dazu gezwungen, das Gespräch abzusagen. Natürlich sind wir weiterhin an einem transparenten und konstruktiven Dialog in der von uns geforderten Runde interessiert, erachten die hierfür nötigen Bedingungen aber aktuell als nicht gegeben.

Wir sehen es somit als notwendig an, die Öffentlichkeit anderweitig über unsere Standpunkte und Argumente zu unterrichten. Im Sinne einer transparenten Darstellung laden wir daher alle interessierten Medienvertreter ein, den von uns erstellten Faktencheck (Download) zu analysieren und mit unseren Ansprechpartnern unter der Nummer 0176 36619842 oder der E-Mail-Adresse: presse@pro-waldhof.de in Kontakt zu treten, um die vorliegenden Fakten zu erhalten, die unsere Sichtweise untermauern, belegen und denen des DFB in der Konsequenz eindeutig widersprechen.

 

 

Aktive Fans Kickers Offenbach
Block 30 – Hessen Kassel
Block 385 – FSV Frankfurt
Fanszene Stuttgarter Kickers
Inferno Koblenz 2003
PRO Waldhof e.V.
Supporters Mainz e.V.
Supporters Ulm 1999
Supporters Worms 1997
Virage Est Saarbrücken