Außerordentliche Mitgliederversammlung

Spaltung des Vereins? Unruhe? Profilierungssucht? Die Aufregung über die Geschehnisse rund um den 1.FC Saarbrücken und dessen Akteure nimmt kein Ende. Die Presse und große Teile der Fans beschwören die Einigkeit und sehen beide Seiten in der Pflicht sich zu bewegen.

Diese Forderung ist äußerlich nachvollziehbar, nach Betrachtung der Fakten stellt sich die Gemengelage aber differenzierter dar, als sie auf den ersten Blick wirkt.

Orientieren wir uns daran, was in jüngster Vergangenheit passiert ist:

Hartmut Ostermann kündigt am 27.03.2015 an, dass nach Abschluss der Saison eine außerordentliche Mitgliederversammlung stattfinden wird, bei der eine Neuwahl des Aufsichtsrats vorgesehen ist. Im Zuge dieser Pressekonferenz war auch von einer Neubesetzung des Präsidiums und einer eventuellen Ausgliederung der Profiabteilung die Rede.
Die Neustrukturierung der Gremien wäre eine löbliche Veränderung im Sinne des 1. FC Saarbrücken gewesen. Dazu gekommen ist es leider nicht. Begründet wurde die Absage der Mitgliederversammlung von Vereinsseite mit der Prüfung des Satzungsantrags, der im Juni auf der Geschäftsstelle eintraf. Über 250 Anhänger setzten ihre Unterschrift unter den Antrag von Tobias Wittstadt, der die sofortige Abberufung des Aufsichtsrats und des Präsidiums vorsah.

Bekanntermaßen waren nicht alle Unterzeichner Mitglieder des FCS, weshalb der Antrag die notwendigen zehn Prozent verfehlte. In diesem Zusammenhang sind uns mehrere Fälle bekannt, in denen die Mitgliedschaft erst dann offiziell bestätigt wurde, als der Antrag schon eingereicht und geprüft worden ist. Ob diese Irritationen dem bösen Willen oder den langsamen Mühlen der FCS-Maschinerie geschuldet sind wird nicht mehr zu klären sein. Ein fader Beigeschmack bleibt.
Fest steht, dass nicht genügend Unterschriften gesammelt worden sind, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu beantragen. Dass dieser Umstand kein gutes Licht auf unsere Bemühungen wirft, dabei zu helfen, den Verein endlich neu zu strukturieren, ist uns bewusst.

Wer aber allen Ernstes glaubt, dass Hartmut Ostermann die Einladungen für die angekündigte Mitgliederversammlung am 29. Juni nach dem verpassten Aufstieg schon unterschrieben in der Schublade liegen hatte, der hat leider den Blick für die Realität verloren. Wenn der Präsident die Neustrukturierung der Gremien ankündigt, dann aber auf jegliche Nachfragen, wie diese Neustrukturierung denn konkret aussehen soll, ausweichend und nebulös antwortet, dem ist nur schwer Glauben zu schenken.
Das mangelnde Vertrauen in die Ankündigungen von Hartmut Ostermann kommt schließlich nicht von ungefähr. Zu oft wurden die Mitglieder des 1. FC Saarbrücken in der Vergangenheit mit Versprechungen getäuscht, die letztlich nicht eingetroffen sind:

– Personalie Sasic: Von der Sportförderung bei Victor’s zum Leiter der Lizenzspielerabteilung und Teil der Geschäftsführung des FCS. Im März 2015 (!) fühlte sich Hartmut Ostermann zum ersten Mal berufen den Fans und Mitgliedern des FCS mitzuteilen, dass Milan Sasic großen Einfluss auf die sportlichen Geschicke hat. Ein Jahr Verschleierungstaktik und Mitgliederverarsche schlagen dem Fass den Boden aus. Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit? Fehlanzeige!

– „Ehrenmann“ Pini: „Das war ein Versprechen von Michael Arnold. (…) Nach dem Rücktritt von Sebastian Pini haben die anderen Aufsichtsratsmitglieder wahrscheinlich gedacht, dass sich die Sache erledigt hat. (…)“ (Hartmut Ostermann, 25.07.2015 Quelle: offizielle FCS-Homepage)

Eigentlich müsste man über so viel Dilettantismus herzhaft lachen, wäre diese Aussage kein weiterer Schlag ins Gesicht der Mitglieder. Ostermanns Aussagen sind an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Als Präsident muss er erkennen, dass diese Affäre viele Mitglieder bewegt und eine lückenlose Aufklärung im Interesse der Mitgliedschaft ist. Es handelte sich um ein Fehlverhalten von HOs damaligem Präsidiumskollegen. Bis heute ist nicht bekannt, welche Personen aus der FCS-Führung noch in diese Affäre involviert waren. Der Verweis auf die Aussage von Michael Arnold ist ein billiger Versuch die Verantwortung von sich wegzuschieben. Der Verweis auf die anderen AR-Mitglieder ist an dieser Stelle noch viel scheinheiliger. Schließlich glänzte der aktuelle Aufsichtsratsvorsitzende und Ostermann-Vertraute Franz-Josef-Abel vor kurzem mit diffamierenden Aussagen gegenüber den Personen, die einer neuen Vereinskultur aufgeschlossen gegenüber stehen: „Wenn ein Krebsgeschwür da ist, dann muss man es herausschneiden.“ Dass Herr Abel gedacht hat, „dass sich die Sache erledigt hat“ ist folglich sehr gut vorstellbar. Der Verantwortung, die ein Präsident zu tragen hat, ist Hartmut Ostermann allerdings zum wiederholten Male nicht gerecht geworden. Unentschuldbar!

Das Resultat dieser verfehlten Vereinspolitik ist der große Wunsch vieler Anhänger nach einer nachhaltigen Veränderung der Vereinsstrukturen. Die Möglichkeit dazu ist nun gegeben. Die Gruppe „UnserFC“ hat Sponsorenzusagen in Höhe von zwei Millionen Euro. Eine beachtliche Zahl, die deutlich macht, dass es entgegen Wellers Märchengeschichten durchaus realisierbar ist neue Sponsorengelder zu akquirieren.

Die Tatsache, dass von allen Vertretern dieser Gruppe der ständige Dialog mit allen interessierten Personen angeboten wird, ist ein erfrischendes und lange nicht gehörtes Signal. Die nächsten Tage werden zeigen, ob Hartmut Ostermann im Sinne des Vereins handelt und den Dialog sucht oder ob sein Einzelinteresse am 1. FC Saarbrücken größer ist als das Interesse an einer gemeinsamen Lösung.

Auch deshalb sind für uns einige Reaktionen aus der Fanszene nicht nachvollziehbar. Während ein 20-jähriges Sponsoring-Engagement eine sachliche Beurteilung hinsichtlich Effizienz und Nachhaltigkeit durchaus zulässt, hat es nichts mit Sachlichkeit zu tun, wenn schon nach wenigen Tagen negativ über die Gruppe „UnserFC“ geurteilt wird. Insbesondere dann, wenn von Seiten der Kritiker noch nicht mal der Dialog gesucht wurde!

Unserer Ansicht nach ist es ohne Einschränkungen zu begrüßen, dass es Personen gibt, die den Verein verändern wollen und eine Vereinskultur schaffen wollen, die den FCS wieder sympathischer und glaubwürdiger macht. Wir sehen zum aktuellen Zeitpunkt keinen Grund diese Personenkonstellation vorzuverurteilen.

Wir werden uns am kommenden Samstag darum bemühen genügend Unterschriften zu sammeln, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen zu können.

Die aktuelle Polarisierung des Sachverhalts verlangt eine Mitgliederversammlung in naher Zukunft und nicht im Winter, wie von Hartmut Ostermann anberaumt.

Wir rufen daher alle interessierten Mitglieder auf im Sinne des 1. FC Saarbrücken zu handeln und mit einer Unterschrift die Beantragung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die eine Neustrukturierung der Gremien beschließen kann, zu ermöglichen.
Wer diese Ansicht nicht teilt und keinen Antrag unterzeichnen möchte, dessen Auffassung akzeptieren wir natürlich gleichermaßen.

Wir wünschen allen FC-Fans einen schönen Samstag im Weltkulturerbe Ludwigspark und den Jungs im Blau-Schwarzen Dress viel Erfolg!

Blau-Schwarze Grüße von den Boys Saarbrücken!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s