Stellungnahme vom 19.03.15

Aktuelle Situation des 1. FC Saarbrücken

Es besteht kein Zweifel daran, dass die momentane Situation für uns als Kurve sehr kompliziert ist. Im Pirmasenser Gästeblock führte diese verzwickte Lage zu einer ungewohnten Atmosphäre. Wenig souverän, nicht wirklich entschlossen, was man machen soll und fast nur auf Schlachtrufe beschränkt, agierte der Pöbel sehr zurückhaltend.

Es ist sicherlich nicht unser Anspruch so aufzutreten! Allen Kritikern sei an dieser Stelle deshalb gesagt, dass die skandalösen Vorgänge im Verein ein koordiniertes Vorgehen fast unmöglich machen.

Außerdem sind wir nicht die Fans des FCS, die alleinverantwortlich für die Stimmung im Stadion sind. Wer Stimmung will, soll den Arsch hochbekommen, den Mund aufmachen und selber Leistung bringen, anstatt geistigen Dünnpfiff in der Anonymität des World Wide Web abzulassen. Wer sachlich diskutieren will, kann uns im und außerhalb des Stadions jederzeit ansprechen.

So viel dazu, nun zum Wesentlichen:

Natürlich steht in dieser Saison eine sympathische Mannschaft auf dem Rasen, bei der man merkt, dass sie rennt und kämpft, um das Ziel Drittligaaufstieg zu realisieren. Gerade nach der Katastrophentruppe im letzten Jahr ist es wirklich erfrischend eine leidenschaftliche Equipe auf dem Platz zu sehen, bei der ein Großteil zu verstehen scheint, dass sie für einen speziellen Verein auflaufen dürfen. Trotzdem müssen wir uns vor Augen führen, dass die Jungs im blau- schwarzen Dress für diesen Verein nicht sterben werden oder bis ans Ende ihrer (Fußballer)- Tage treu zum FCS stehen. Das ist kein Vorwurf, das entspricht schlicht und ergreifend der Realität im heutigen Fußballgeschäft. Fußballer in den unteren Ligen verdienen sicherlich immer noch gutes Geld (gerade beim FC), sie müssen aber auch dafür sorgen, dass sie in ihrer Karriere ein paar « €- Noten » zusammenraffen. Alles kein Thema und auch für uns Romantiker nachvollziehbar.

Aber: Jeder Spieler sollte sich bewusst sein, dass wir Fans diejenigen sind, die diesen Verein seit Jahren und Jahrzehnten im Herzen tragen, dass wir diejenigen sind, die abertausende Kilometer für den Club abgespult haben, dass wir diejenigen sind, die unzählige Spieler und Trainer kommen und gehen gesehen haben und dass wir diejenigen sind, denen Kritik an handelnden Personen JEDERZEIT zusteht.

Dass die aktuellen Proteste gegen das Präsidium im Aufstiegskampf aufkommen, mag nicht optimal sein. Aber wer allen Ernstes verlangt, dass man bei derartigen Vorgängen in der Führungsetage die Augen verschließen und brav seine Gesänge zum Besten geben soll, der ist noch schiefer gewickelt als die « Ehrenmänner » im Präsidium.

Wir müssen uns schließlich im Klaren darüber sein, welch kriminelle Energie hier aufgebracht wurde, um eine Satzungsänderung durch Mitglieder zu verhindern! Es gibt offensichtlich Menschen, die diese skandalösen Vorgänge aus unterschiedlichsten Gründen ausklammern können, wir hingegen werden bei dieser Tragweite nicht zur Normalität zurückkehren.

Wir betrachten es als sehr wahrscheinlich, dass Hartmut Ostermann und Dieter Weller über Pinis Erpressungsversuch in Kenntnis gesetzt waren. Ohne den Auftritt von Adnan Fazlic bei der Mitgliederversammlung wäre die Geschichte nie ans Licht gekommen und das Präsidium wäre weiterhin darauf bedacht gewesen, den Mitgliedern gegenüber ein sauberes Image zu vermitteln. Eine Schande!

Wir erinnern uns: Bei der Mitgliederversammlung stellt sich Dieter Weller vor die Mitglieder und behauptet, dass keine konkreten Pläne zur Ausgliederung vorliegen. Weller vermittelt sinngemäß, dass die Mitglieder im Falle einer Ausgliederung nicht die notwenige Kompetenz mitbringen, um gewissenhaft zu entscheiden. Zu guter Letzt erweckt DW den Eindruck, dass das Zeitfenster für die signifikanteste Veränderung eines Vereins einem Wimpernschlag gleichkommt.

Finales Totschlagargument: Laut Umwandlungsgesetz werden die Mitglieder so oder so befragt, wenn ausgegliedert werden soll.

Verschiedene Rechtsexperten haben mittlerweile bestätigt, dass eine Ausgliederung auch ohne Befragung vonstattengehen kann.

Die Frage darf also durchaus erlaubt sein: Will uns dieser Mann auf den Arm nehmen oder hält er die Mitglieder des FCS tatsächlich für dermaßen dumm? Die Antwort kennt der Zahlenfuchs wohl nur selber.

Tragbar ist der Schatzmeister aber definitiv nicht mehr!

Tja, und dann ist da noch sein Boss, der Pate, der gepriesene Retter des FCS, derjenige, der im Verlauf der Jahre Zig Millionen in den Verein gesteckt hat, derjenige, der mit gewissenhaften Personalentscheidungen dafür gesorgt hat, dass der ruhmreiche 1. FC Saarbrücken endlich in der Bel Etage des deutschen Fußballs angekommen ist und bald an die Tore Europas klopfen wird.

Eine romantische Illusion, von der wir allerdings Galaxien entfernt sind. Die traurige Realität: Nach mehr als einem Jahrzehnt Hartmut Ostermann und dem damit verbundenen Sponsoring von Victor‘s kickt der FC in der vierten Liga gegen Vereine wie Baunatal, Nöttingen oder Neckarelz.

Wenn Hartmut Ostermanns finanzieller Aufwand ansatzweise zu nachhaltigem sportlichen Erfolg führen würde, dann wäre das ein oder andere Fehlverhalten unter Umständen zu verzeihen.

Aber eine desaströse sportliche Bilanz gepaart mit einer skandalösen Führung des Vereins ist nicht zu tolerieren. Die Aussagen von Ostermann in jüngster Vergangenheit zeigen außerdem, wie weit entfernt der Präsident von den Vorstellungen der Mitglieder ist.

Da wird ein ehemaliger Politiker, der nie einen Hehl daraus gemacht hat, keine große Fan- Karriere hinter sich zu haben, als Ehrenmann bezeichnet, der die Ziele des Vereins in den Vordergrund stellt.

Erpresser = Ehrenmann? Interessante Welt!

Auch die Aussage Ostermanns, dass die Mitglieder im Fall einer Ausgliederung in jedem Fall befragt werden, ist an Hohn nicht zu überbieten. Nachdem man sich bei der Mitgliederversammlung also mit Händen, Füßen und sogar kriminellen Methoden gegen die Befragung der Mitglieder im Ausgliederungsfall gewehrt hat, ist es nun quasi selbstverständlich, dass die Mitglieder miteinbezogen werden.

Nach den Vorfällen bei der Mitgliederversammlung ist dieser Aussage nicht ein Funken Glaubwürdigkeit beizumessen.

Wir haben gewiss nicht vergessen, dass Hartmut Ostermann den Verein in den 90er Jahren aus einer Schieflage gerettet hat, die ohne ihn nur schwer zu meistern gewesen wäre.

Bei allem Respekt vor diesem unbestrittenen Verdienst ist der Zeitpunkt für einen Wechsel der Vereinsphilosophie aber mehr als überfällig!

Nach all den Jahren sollte wirklich jeder der ernüchternden Bilanz des Präsidenten ins Auge blicken und einsehen, dass wir kein sportliches Aushängeschild sind, sondern Widersprüche, Lügen und Intrigen die Markenzeichen dieses Präsidiums und damit auch von unserem Verein geworden sind!

Daran anschließend stellt sich die Frage, wie lange die Fans des FCS diesen Zustand noch ertragen möchten. Das bekannte Totschlagargument « Ohne Victor’s- Sponsoring – kein überlebensfähiger FCS » kann nicht mehr gelten.

Wer sich auf Gedeih und Verderb diesem Gedanken ausliefert, der wird auf unbestimmte Zeit keinen nachhaltig erfolgreichen Fußball des 1. FC Saarbrücken sehen! Der 1. FCS muss die Abhängigkeit von Hartmut Ostermann und dem daran gekoppelten Sponsoring von Victor’s endlich über Bord werfen. Nur so können wir wieder ein ehrlicher und nachhaltig erfolgreicher Verein werden, nach dem die gesamte Fanszene lechzt.

Wie das gehen soll? Eine Patentlösung haben wir für diese Frage leider auch nicht an der Hand. Aber die Zeiten, in denen die Zustände im Verein still schweigend toleriert werden und der dunkle Schleier der Angst, was nach Hartmut Ostermann mit dem Verein passieren wird, die Fans des 1. FC Saarbrücken lähmt, sind ein für alle Mal vorbei. Natürlich sind wir uns auch darüber bewusst, dass es im schlimmsten Fall zu einer sportlichen und wirtschaftlichen Zäsur kommen kann, die den Verein auf bestimmte Zeit zurückwerfen wird. Dieses vermeintliche Schreckensszenario sollte aber als Chance angesehen werden, den Verein endlich auf gesunde Beine zu stellen!

Daher unsere unmissverständliche Botschaft:

Sollte dieser Schritt tatsächlich die Unterklassigkeit bedeuten, dann werden wir diesen Weg ohne WENN und ABER mitgehen!

Wir streben nach einem lebhaften Verein, in dem Vereinsoffizielle den Respekt gegenüber Fans und Mitgliedern aufbringen, den sie verdient haben.

Wir können in unserer Position nicht mehr machen als an den Präsidenten zu appellieren, die Zeichen der Zeit zu erkennen und den FCS endlich freizugeben. Möglicherweise regen folgende Zeilen sogar zum Nachdenken an und sorgen dafür, dass ein Neuanfang auch ohne gravierende Folgen über die Bühne gehen kann.

Wir zeigen dem Präsidenten daher auf, was das Verhalten eines wahren Ehrenmannes kennzeichnet.

« Hartmut Ostermann,

wir als Mitglieder des 1. FC Saarbrücken können ihrer Einschätzung nicht folgen, dass Menschen als Ehrenmänner anzusehen sind, die Mitglieder erpressen, um Interessen des Präsidiums durchzusetzen.

Für uns Mitglieder ist ein Ehrenmann eine Person, die sein Handeln ausschließlich am Wohle des Vereins ausrichtet.

Leider ist dieses Verhalten bei ihnen nicht auszumachen. Trotz vieler falscher Entscheidungen in ihrer Zeit als Präsident des FCS haben sie aus den begangenen Fehlern nichts gelernt. Im Gegenteil: Der Gesamtverein strahlt ein Image aus, dass es jedem Saarländer schwer macht diesen Verein zu unterstützen.

Erkennen sie endlich die Zeichen der Zeit und gestehen sie sich den Misserfolg als Präsident und Sponsor des FCS ein.

Nehmen sie ihren Hut und hinterlassen sie einen Verein, dem eine realistische Möglichkeit für einen Neuanfang geboten wird:

– Erheben sie keine finanziellen Forderungen gegenüber dem 1. FC Saarbrücken!

– Stimmen sie dem Rückkauf der Marketingrechte durch den 1. FC Saarbrücken zu einem fairen Preis zu!

 Das, Herr Hartmut Ostermann, wäre ein Verhalten, das einen wahren Ehrenmann auszeichnen würde.

Erweisen sie den Mitgliedern den Gefallen und denken sie über die Attribute nach, die einen wahren Ehrenmann mit blau- schwarzem Herzen ausweisen.

Gez.: Fans und Mitglieder des 1. FC Saarbrücken e.V.»

Auch wenn wir uns gerne eines Besseren belehren lassen würden, fehlt selbst den Verfassern dieses Appells der Glaube, dass ein solches Umdenken einsetzen wird.

Daher sind wir auf unbestimmte Zeit gezwungen, auf die Missstände im Verein aufmerksam zu machen und das Ende der Präsidentschaft Hartmut Ostermanns und dem damit verbundenen Sponsoring von Victor’s zu fordern!

Gerade im Aufstiegskampf wird der Spagat zwischen Unterstützung und Protest sehr schwierig. Da das Stadion aber nun mal die Plattform ist, auf der wir am deutlichsten auf das Versagen des Präsidiums hinweisen können, wird der Protest auch dort stattfinden.

Ab sofort werden die Gruppen der Virage Est bei jedem Spiel des 1. FC Saarbrücken die ersten 19:03 Minuten schweigen bis Präsidium und Sponsor Victor’s raus sind. Getreu dem Motto:

Schweigen bis Minute 19:03 – Präsidium und Victor’s raus, gebt den FCS frei!

Erwartungsgemäß wird es Kritik für diese Entscheidung geben, deswegen der deutliche Hinweis an Fans aller Couleur, dass wir gegensätzliche Standpunkte durchaus respektieren und natürlich Niemandem den Mund verbieten werden. Jedem Fan steht es frei, den Verein in den ersten 19:03 Minuten nach seinen Vorstellungen zu unterstützen.

Gleichzeitig freuen wir uns natürlich über jeden, der unsere Ansicht teilt und unseren Protest unterstützt.

Resümee:

Die Gruppen der Virage Est messen im weiteren Verlauf der Rückrunde der bedingungslosen Unterstützung unseres Vereins eine sehr große Bedeutung bei, gleichzeitig protestiert die Kurve in verschiedenster Form entschlossen gegen das Präsidium und seine Machenschaften.

Zum Wohle des Vereins!

Die Gruppen der Virage Est Saarbrücken,

Boys Saarbrücken
Nordsaarjugend
Clique Canaille
Droogs Saarbrücken
Leone Pazzo

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